Einteilung von Anti-Graffiti-Systemen (AGS) nach Dr. Kupfer
Graffiti können Gebäude und Oberflächen beschädigen und lassen sich oft nur schwer entfernen. Anti-Graffiti-Systeme (AGS) schützen den Untergrund und erleichtern die Reinigung erheblich.
Labor Dr. Kupfer hat AGS in verschiedene Klassen eingeteilt, basierend auf ihrer Haltbarkeit, Auftragungsmethode und Wirkweise. Es gibt dauerhafte Systeme, die mehrfach gereinigt werden können, und nichtdauerhafte Systeme (sogenannte Opferschichten), die nach der Reinigung erneuert werden müssen. Je nach Wirkprinzip verhindern AGS das Eindringen von Farbe entweder durch eine Schutzschicht oder eine Imprägnierung.
Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht über die AGS-Klassifizierung nach Labor Dr. Kupfer.
Anti-Graffiti-Systeme (AGS)
1. Definition
Für die Entfernung von Graffiti stehen unterschiedliche Reinigungstechniken zur Verfügung. Die Effektivität dieser Techniken wird durch die Art der Farbschmiererei und die Eigenschaften des betroffenen Untergrunds bestimmt. Durch eine vorhergehende Behandlung des Untergrunds kann die Reinigungseffektivität verbessert werden. Die für diese Behandlung verwendeten Materialien werden Anti-Graffiti-Systeme (AGS) und zusammen mit dem dazu festgelegten Reinigungsverfahren als Gesamtverfahren Graffitiprophylaxe genannt.
2. Dauerhaftigkeit und Herstellung
Bleibt die durch die Behandlung mit einem AGS erreichte verbesserte Reinigungseffektivität nach der ersten Farbentfernung erhalten, werden die AGS als dauerhaft bezeichnet. Verliert man die verbesserte Reinigungseffektivität bei der ersten Farbentfernung gehören die AGS in die Kategorie der nichtdauerhaften Systeme. Derartige Materialien sind auch als Opfersysteme bekannt.
Für die Aufbringung von AGS sind technisch zwei Varianten zu unterscheiden. Mit dem Begriff Normalauftrag wird die Verfahrensweise charakterisiert, die eine unter den üblichen Klimabedingungen auch im Außenraum mögliche Applikation des AGS umfasst. Dagegen wird der Begriff Spezialauftrag für die Fixierung von AGS unter besonderen industriellen Bedingungen (z. B. erhöhte Temperatur) verwendet.
| Klasse | Verhalten nach der Reinigung | Herstellung |
| AGS 1 | Dauerhaft | Normalauftrag |
| AGS 2 | Nichtdauerhaft | Normalauftrag |
| AGS 3 | Dauerhaft | Spezialauftrag |
3. Wirkprinzip
Anti-Graffiti-Systeme unterscheiden sich ihrem Wirkprinzip. Den unmittelbaren Kontakt von Farbmitteln mit dem Untergrund kann man durch eine Trennschicht verhindern. Dazu wird auf der Untergrundoberfläche eine für die Farbmittel undurchlässige einheitliche Schicht aufgebracht. Im Gegensatz dazu ist bei ausreichender Porosität des Untergrunds die Einbringung einer Imprägnierung möglich, die der behandelten Untergrundoberfläche hydrophobe und/oder oleophobe Eigenschaften verleiht. Ähnlich wie bei der Trennschicht ist durch diese Behandlung die gewünschte Verbesserung der Reinigungseffektivität erzielbar.
Bei der Klassifizierung marktüblicher Produkte zur Graffitiprophylaxe sind auch Hybridsysteme zu berücksichtigen.
| Klasse | Unterklasse | Wirkprinzip |
| AGS 1 | AGS 1-1 | Beschichtung |
| AGS 1-2 | Imprägnierung | |
| AGS 1-3 | Beschichtung/Imprägnierung | |
| AGS 2 | AGS 2-1 | Beschichtung |
| AGS 2-2 | Imprägnierung | |
| AGS 2-3 | Beschichtung/Imprägnierung | |
| AGS 3 | AGS 3-1 | Beschichtung |
Die Wahl des richtigen Anti-Graffiti-Systems (AGS) hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Beschaffenheit des Untergrunds, der gewünschten Haltbarkeit und der Reinigungsmethode. Die Klassifizierung nach Dr. Kupfer bietet eine klare Einteilung, um das passende System auszuwählen – sei es eine dauerhafte Beschichtung, eine nichtdauerhafte Opferschicht oder eine Imprägnierung.
Ein effektives AGS kann nicht nur Graffiti-Schäden reduzieren, sondern auch die Reinigungskosten senken und den Werterhalt von Gebäuden sichern. Daher ist eine sorgfältige Auswahl und fachgerechte Anwendung essenziell, um langfristig von einem optimalen Schutz zu profitieren.